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MÄRZ-APRIL 2008 /
KULTUR
Sanftes Vorglühen
Das Programm der Internationalen Haydntage 2008 in Eisenstadt
Einen Meister durch sein Werk zu ehren, ist die einzige Ehre, die einem Meister
gebührt. Ungefähr so kann man Motivation und Motto der Internationalen Haydntage erklären wie sie seit nun schon 20 Jahren in Eisenstadt stattfinden.
Vor dem ganz großen Haydnjahr 2009, anlässlich seines 200 Todestages, dass mit Sicherheit nicht ohne staatstragende Vereinnahmungen und viel
touristischen Werbezauber von statten gehen wird, ergibt sich in diesem Jahr für den Musikfreund noch einmal die Gelegenheit weitgehend rummelfreier
Musikgenüsse, ein sanftes Vorglühen vor dem Ausbruch heftigster Festivitäten im kommenden Jahr.
Die Internationale Haydntage 2008 festigen mit dem jetzt vorgelegten
Programm wieder ihren Ruf als eines der wohltemperiertesten Festivals in Mitteleuropa. Dies gilt für die Qualität der Interpreten ebenso wie für die
Programmatik und den Hang zum wohlbedachten Kontrapunkt.
Die Eröffnung (4.9.) bringt das sehr selten gespielte Oratorium “Il ritorno di
Tobia“ unter Ádám Fischer und der Österreichisch-Ungarischen Haydn Philharmonie zu Gehör. Dieses Oratorium entstand bereits 1775 – also rund ein
Vierteljahrhundert vor der berühmten „Schöpfung" und den „Jahreszeiten“ und stellte damals bereits einen großen Publikumserfolg dar. Das Textbuch basiert
auf dem alttestamentarischen Buch Tobias, die Musik zeigt Haydns besonders feines dramatisches Gespür und verlangt mit ihrer enorm farbigen
Instrumentation und der Vielzahl an extrem anspruchsvollen Arien und Orchesterstellen allen Ausführenden höchste Virtuosität ab.
Am 9. September gibt es ein Galakonzert „20 Jahre Internationale
Haydntage“ und - auch unter Fischer - werden die beiden traditionellen Abschlusskonzerte (14.9.) bestritten, die unter dem Motto „Haydn und
Schubert“ stehen. Gemeinsam mit der französischen Geigerin Fanny Clamagirand sind u.a. Haydns Symphonie „The Miracle” sowie Schuberts Rondo
für Violine und Streichorchester auf dem Programm. Weitere Höhepunkte des Festivals sind die zahlreichen Orchesterkonzerte: The English Concert wird
unter der Leitung von Harry Bicket (5.9.) neben Haydns Symphonien „La Passione“ und „Tempora mutantur“ mit Weltstar Vesselina Kasarova Arien aus Händels „Alcina“ und „Ariodante“ darbieten.
Das Kammerorchester Basel ist gleich zweimal zu Gast in Eisenstadt: Unter
der Leitung von Giovanni Antonini widmet sich das Orchester gemeinsam mit der russischen Ausnahmegeigerin Viktoria Mullova, die bereits in ihrer Jugend
die Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb gewann, Werken von „Haydn und Beethoven“ (6.9.) und wird Tags darauf mit dem holländischen Solisten
Pieter Wispelwey beide Cellokonzerte von Haydn zur Aufführung bringen (7.9.). Der Thematik „Haydn und die Oper“ widmen sich das L'Orfeo Barockorchester
unter der Leitung von Michi Gaigg, die mit der spanischen Sopranistin Nuria Rial Arien von Haydn, die er seiner Geliebten Luigia Potzelli auf den Leib
schrieb, sowie Symphonien des Meisters darbieten werden (8.9.).
Einen Liederabend der ganz besonderen Art bieten die Haydn Festspiele in ihrem Jubiläumsjahr auf: die französische Sopranistin Patricia Petibon wird
unter dem Motto “French Touch: chamment autour du monde – KunstLiederDerWelt“ das Publikum mit ausgewählten Liedern von Haydn, Poulenc, Satie, Barber, Copland u.a. begeistern (13.9.). Als Meister der
historischen Aufführungspraxis ist der Belgier Jos van Immerseel heuer wieder zu Gast und wird mit seinem Orchester Anima Eterna und dem Chorus Anima
Eterna Haydns große „Cäcilienmesse“ und das „Te Deum“ zur Aufführung bringen (11.9.). Werke von „Haydn & Mozart“ stehen beim Konzert mit dem
RSO Wien unter der Leitung des amerikanischen Dirigenten und Haydnspezialist Hugh Wolff am Programm, wobei neben Haydns „Londoner” Symphonie auch
Mozarts Posthorn Serenade zu hören sein wird (12.9.). Die Kammermusik wird bei den Haydntagen 2008 mit dem Collegium Viennense (6.9.), mit der
italienischen Sopranistin Giorgia Milanesi (9.9.), einem Recital mit Paul Badura-Skoda (12.9.), dem Ensemble NeoBarock (13.9.) sowie dem Wiener Posaunenensemble (7.9.) vertreten sein.
Weitere Informationen und Kartenbestellungen unter: www.haydnfestival.at
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