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FEBRUAR 2007 / KULTUR 26.03.2007
KOKSZ für alle!
Die Künstlergurppe KOKSZ zeigt im Wiener Collegim Hungaricum, daß
Karikatur mehr ist und meint als nur witzige Zeitkommentare
Denn Karikatur bearbeitet, mal wie in einem Zerrspiegel, mal mit der Lupe, mal auch mit dem Zaunpfahl, vor allem
immerwährende menschliche Schwächen, die umso offenbarer werden, je mehr sich Leute durch Funktionen und Status von der Masse abzusetzen versuchen. Die ausgestellten Werke beweisen den Satz Karl
Valentins, daß jedes Ding drei Seiten hat: eine positive, eine negative - und eine komische.
Die Werkstätte KOKSZ, (Abkürzung für Zeitgenössische Karikatur und Satire),
könnte auch für das Graben nach der besonders ergiebigen Steinkohle im unerschöpflichen Bergwerk des Lebens stehen, und, na klar, auch für eine
bewußtseinserweiternde Droge, die in ihrem gezeichnten, gemalten oder sonst geformten Ergebnis allerdings mehr befreiende als gefährliche Wirkungen
erzielt, ebenso aber Zustände im Innern freilegt, die man sonst nicht sieht oder verdrängt.
Die Gruppe wurde von Grafikern und Malern gegründet, deren Traditionen bis
auf die Anfänge der legendären satirischen Zeitschrift Ludas Matyi zurückgehen. "Diese war die einzige satirische Zeitschrift im einstigen Einparteienstaat, sie
erfreute sich sehr großer Beliebtheit. Dieses Wochenblatt war dafür berühmt, dass sie von den besten Karikaturisten gezeichnet wurde und dass man aus der
einen oder anderen Karikatur wirtschaftliche oder politische Beschlüsse früher erfahren konnte als aus der Tageszeitung Népszabadság. Wir haben
verstanden, welche Zeichen der Hase hinter dem Rücken des Bären gab..." erklärte der Zeichner und Bildhauer, László Árvay bei der Eröffnung am
vergangenen Donnerstag im Wiener Collegium Hungaricum.
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Das älteste Mitglied der Gruppe, Tibor Kaján, "stichelt mit seinem Bleistift
bereits seit 50 Jahren an der menschlichen Dummheit herum. Er hat auch schon Mussolini karikiert. Für die heutige Jugend ist dieser Name bereits
Geschichte, und die Zeitschrift Ludas Matyi existiert leider auch nicht mehr, aber der Schwachsinn blieb. Für die KOKSZ-Künstler heißt das: Themen im Überfluss."
KOKSZ für alle, eine wirklich aus dem Rahmen fallende und sehr lohnende Gruppenausstellung, gibt es noch bis 2. März
im CH in der Hollandstrasse 2, zu sehen.
www.collegium-hungaricum.at
M.S., WLL
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